Edelstahl oder Eichenfass – schön, dass es beides gibt.

Stahltank

Edelstahl oder Eichenfass – schön, dass es beides gibt 

Experten streiten sich zuweilen, ob der Ausbau eines Weines im Eichenfass einem Gütesiegel gleichkommt. Unbestritten ist die Tatsache, dass die Produktion eines fassgereiften Weines aufwändiger ist. Gütekriterium ist der Fassausbau indessen nicht. Es sind zwei verschiedene Methoden der Weinbereitung. Das Resultat ist Geschmackssache. Und wie sagt die bekannte Redewendung? Über Geschmack lässt sich nicht streiten!  

Frisch, fruchtig, aromatisch und rein aus dem Edelstahltank

Die heutigen Edelstahltanks verfügen über ein hochmodernes, computergesteuertes Kühlsystem und ermöglichen ein sorgfältiges und sauberes Ausbauen. Sie sind in verschiedenen Grössen verfügbar – von unter 100 bis zu mehreren 100‘000 Liter. Die Wahl der optimalen Tankgrösse hat den Vorteil, dass der Wein kaum mit Sauerstoff in Berührung kommt. Er behält seine ursprünglichen Aromen und bleibt „unverfälscht“. Der Terroircharakter bleibt voll und ganz erhalten. Der Wein wirkt besonders frisch, fruchtig und aromatisch.

Du schätzt am Wein die Frische, die Frucht, das Ursprüngliche? Dann liegst du bei der klassischen Vinifizierung im Edelstahltank goldrichtig und wirst den Hauch von Eichenholz kaum vermissen.  

 

Dezente Holz- und Vanilletöne umspielen den Wein

Fassartige Gefässe waren bereits 1‘000 Jahre v.Chr. in Gebrauch. Als eigentliche Erfinder der Holzfässer aus zusammengesetzten Dauben gelten jedoch die Kelten. Schon früh wurde dieses Behältnis für den Weintransport eingesetzt, da es einfach zu rollen und zu stapeln war. Die Entdeckung, dass ein im Holzfass gelagerter Wein langlebiger wird und sich geschmacklich verändert, wird schliesslich den Galiziern und nach anderen Quellen den Galliern zugeschrieben.  

Der heutige Weinausbau in Eichenfässern hat natürlich gar nichts mehr mit Zufall zu tun. Die Auswirkungen dieser Ausbaumethode sind bestens bekannt. Es sind grundsätzlich vier Faktoren, mit welchen ein Winzer variieren kann: Die Holzart, die Herkunft, die Trocknung und die Toastung des Holzes. Das mehr oder weniger intensive Ausbrennen der Fassinnenseite ergibt den Röstgrad. Im Verlaufe der Reifung übernimmt der Wein vom Holz Tannine, Aromastoffe und je nach Toastung auch einen Hauch von Röstaromen.

Allerdings eignet sich längst nicht jeder Wein für einen Fassausbau. Gefragt sind vor allem  tanninreiche Sorten wie Cabernet Sauvignon, Tempranillo, Nebbiolo bei den Rotweinen und beispielsweise Chardonnay bei den Weissen. Komplexe, hochwertige Weine also, bei denen nach entsprechender Fasslagerung dezente Holz- und Vanilletöne den Wein umspielen sollen.


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