Und gewonnen hat: Die Schweiz

Abstimmung_Schweiz_WeinOnkel

chDu hast entschieden, es wird ein Schweizer-Wein

Seltene Reben, steile Hänge, spannender Wein

Schweizer Wein? Wenn Ihr Euch jetzt fragt, warum wir unsere Heimat überhaupt als Herkunftsland für den WeinOnkel-Projekt vorschlagen: Nein, das ist kein reiner Patriotismus. Ganz im Gegenteil!

Gut: Unser Wein ist vielleicht nicht wirklich über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Aber er ist definitiv mehr als eine liebenswerte Tradition. Erst vergangenen November hat die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) aktuelle Zahlen zum weltweiten Weinkonsum 2017 publiziert. Ratet mal, wer da ziemlich weit vorne liegt ... Richtig: Wir Schweizer haben weltweit den vierthöchsten Weinkonsum pro Kopf.

Um das zu schaffen, müssen wir im Schnitt 37 Liter im Jahr trinken. Und Ihr ahnt es schon: Weil wir das so brav machen, bleibt von unserem Wein für die anderen kaum mehr was übrig. Wir exportieren gerade einmal 1.4 %. Klar, dass es dann schwierig wird, internationales Ansehen zu erlangen...

Kritische Stimmen unter Euch wenden jetzt vielleicht ein: Schweizer Wein, das ist doch Dôle und Fendant! Sauer und unreif! Nur: Dieses Bild stimmt schon lange nicht mehr. Wir haben viele erstklassige kleine Produzenten. Und die setzen schon seit Langem auf Qualität statt auf Quantität.

Und nicht nur das: Die Schweiz ist reich an aufregenden einheimischen Traubensorten. Dazu gehören etwa die Petite Arvine, der weisse und rote Humagne, der Completer oder der Chasselas. Mindestens ebenso spannend: die (teilweise extremen) Steillagen, an denen wir Weinbau betreiben.

Region Bündner Herrschaft - Das Burgund der Schweiz

Wer schon mal im Herbst das Weinbaugebiet um die malerischen Dörfer Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans durchstreift hat, kann von einem unvergesslichen Erlebnis berichten. Ob zu Fuss, mit dem Fahrrad oder mit der Pferdekutsche - ein Ausflug in die Bündner Herrschaft bietet absolute Höhepunkte für die Augen, Seele und Gaumen.

In der besonderen Gunstlage am oberen Rhein gedeihen die Reben prächtig. Der kalkhaltige Boden und das milde Klima sind ganz einfach ideal. Der Blauburgunder erreicht hier oft ausserordentlich hohe Qualität - vor allem wenn der warme, trockene Föhn im Herbst den Zuckergehalt der Trauben zusätzlich ansteigen lässt.

Der „Traubenkocher“ – wie der Föhn hier scherzhaft genannt wird – verleiht den Trauben alljährlich den letzten Schliff.

So klein das Gebiet ist, so vielfältig sind seine Weine. Je nach Lage sind die Weine elegant, leicht und fruchtig oder kräftig und körperreich. Spitzenweine aus der Bündner Herrschaft sind auch im internationalen Vergleich konkurrenzfähig. Sie stehen einem renommierten Burgunder-Wein ausser beim Preis in nichts nach. Ob mit oder ohne Barrique-Ausbau - ein Blauburgunder aus der Bündner-Herrschaft begeistert mit seinen komplexen Aromen und seinem unvergleichlichen Charme!


Bester Beweis: Beim internationalen Weinwettbewerb „Mondial de Pinot“ wurde in den letzten beiden Jahren ein Wein aus der Bündner Herrschaft zum Weltmeister gekürt.

Region Tessin – Einzigartiges Merlot-Paradies

Der Weinbau im Tessin kam Ende des 19. Jahrhunderts wegen der Reblaus fast vollständig zum Stillstand! Um das Jahr 1904 begannen mit Merlot-Trauben aus dem Bordelais erste Versuchsreihen. Und sie waren von Erfolg gekrönt! Zurzeit umfasst die gesamte Rebfläche wieder rund 1‘000 Hektaren, wovon über 80% auf die Sorte Merlot entfallen.

Das Tessin ist heute ein einzigartiges Merlot-Paradies und die Merlot ist längst eine Wahl-Tessinerin geworden! Kleine Parzellen stehen auf verschiedensten Terroirs. Dies schafft eine immense Vielfalt. Vom fruchtigen Schmeichler bis hin zum kraftvollen, eleganten Gewächs aus der Barrique sind sämtliche Spielarten anzutreffen.

Spitzenweine aus dem Tessin aus dem Tessin basieren in aller Regel auf Merlot und ihre Zahl steigt stetig an. Ähnlich wie im Bordelais werden inzwischen aber auch im Ticino einzigartige Cuvées bereitet mit der Beigabe von Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder Petit Verdot. Die allgegenwärtige Merlot liefert übrigens auch einen hervorragenden Weisswein – den Merlot Bianco. Dabei werden die roten Merlot-Trauben schonend abgepresst, und der Kontakt mit der Traubenhaut wird sehr kurz gehalten. Das Resultat ist ein erfrischender Weisswein von intensiver Aromatik mit geschmeidiger Gaumenstruktur.

Ob rot oder weiss gekeltert, ein Merlot aus der Sonnenstube Tessin zaubert Lebensfreude und Hochgenuss ins Glas! 

Region Wallis - Weinvielfalt, die ihresgleichen sucht

Ebenfalls im Süden der Schweiz, im Rhônetal prägen die Walliser Rebhänge die Landschaft. Mit seinen rund 4‘900 Hektar Rebfläche ist das Wallis die grösste Weinbauregion der Schweiz. Auf den steinigen, kalkreichen Böden der rechten Talseite liegen die vielfach terrassierten Walliser Rebhänge, welche von 450 m über Meer bis hinauf auf 800 m ansteigen. Rund zwei Drittel der gesamten Rebfläche ist in Klein- und Kleinstbesitz. Oft sind es Angestellte, Beamte oder Handwerker, welche hier an steilsten Lagen und mit viel Hingabe ihre „Scholle“ bearbeiten.

Das sonnenreiche, trockene Gebirgsklima mit den grossen Temperaturunterschieden sowie die mit jeder Parzelle wechselnde Bodenbeschaffenheit sorgen für eine unglaubliche Wein-Vielfalt, welche ihresgleichen sucht. Und wie kaum anderswo sind im Wallis spannende Rebsorten anzutreffen. Bei den Weissweinen etwa die Petite Arvine, die Marsanne blanche, die Heida oder die Amige.

Am bekanntesten ist natürlich der Fendant, welcher aus der Chasselas bereitet wird.

Auch bei den Rotweinen gibt es Namen, welche kaum über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. So zum Beispiel die Cornalin und die Humagne rouge. Weit bekannter ist die Syrah-Rebe. Sie ergibt im Wallis sehr hochwertige, körper- und finessenreiche Weine. Und zu guter Letzt natürlich der Dôle. Diese Walliser-Spezialität, welche als Hauptbestandteil Pinot noir enthalten muss, bildet zusammen mit dem Fendant das illustre Walliser-Wein-Duo!


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